April: Blumen gegen Landflucht?
Der Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden wurde 1961 auf Initiative der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft und unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten mit dem Ziel gegründet, durch dekorative Maßnahmen, aber auch durch Verbesserung der dörflichen Infrastruktur der zunehmenden Abwanderung in urbane Zentren entgegenzuwirken. Teilnahmeberechtigt waren Ortschaften mit bis zu 3.000 Einwohnern, die sich sowohl durch ihre Gemeindevertretungen als auch durch Vereine bewerben konnten.
In den 1990er Jahren überarbeitete man vor dem Hintergrund des beschleunigten Strukturwandels auf dem Land die Auswahlkriterien und ergänzte 1998 den Namen des Wettbewerbs durch den Zusatz Unser Dorf hat Zukunft, der seit 2007 als alleiniger Titel fungiert. Im Zentrum stehen seitdem und vor allem seit der Integration in das Bundesprogramm Ländliche Entwicklung und Regionale Wertschöpfung weniger bloße Verschönerungen als die Verbesserung von Daseinsvorsorge und Lebensqualität.
Auf problematische Effekte in der Anfangszeit des Wettbewerbs scheint die Frage auf dem 1977 publizierten Plakat des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz anzuspielen, das 1975 zur Umsetzung des Europäischen Denkmalschutzjahres gegründet worden ist. Zu den ersten Forderungen des Komitees gehörte jedenfalls die Unterstützung der Landesdenkmalämter durch Verankerung der Denkmalpflege auf kommunaler Ebene.
LAVNRW W, W 351/Plakatsammlung, Nr. 538 und K 101/Regierung Arnsberg, Nr. 33210.