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DOING COOPERATION

In Zeiten ökonomischer Knappheit sind die Selbstvernetzung und das Eingehen von Kooperationen längst zur Überlebensfrage kleiner und kleinerer Kommunalarchive geworden.

Das Stadtarchiv Gladbeck ist derzeit aktives Mitglied zweier Verbundlösungen, die sowohl im regionalen als auch im überregionalen Netzwerk zu Fragen der Bestandserhaltung und digitalen Archivierung organisiert sind.

Hinzu kommen nichtfachliche Kooperationen auf dem Feld der Archivpädagogik und historischen Bildungsarbeit sowie der Retrodigitalisierung von Archivgut.

Archivpädagogische Bildungsarbeit

Kommunalarchive sind offene Häuser des Wissens, der Bildung und Kultur. Sie unterstützen die historisch-kulturelle Bildung vor Ort, sind für Lehrende und Lernende wichtige außerschulische Lernorte und tragen als solche zur Entwicklung eines reflektierten Geschichtsbewusstseins junger Menschen bei. ...

Kommunalarchive sind offene Häuser des Wissens, der Bildung und Kultur. Sie unterstützen die historisch-kulturelle Bildung vor Ort, sind für Lehrende und Lernende wichtige außerschulische Lernorte und tragen als solche zur Entwicklung eines reflektierten Geschichtsbewusstseins junger Menschen bei. Ihr größtes Potenzial: der Informationsspeicher an authentischen Originalzeugnissen, der zur Begegnung und kritischen Auseinandersetzung mit der Lokalgeschichte einlädt.

Das Stadtarchiv Gladbeck hat zu diesem Zweck mit dem Schauspieler Marco Spohr die Veranstaltung Gladbecker Steine sprechen. Führung und Lesung auf den Spuren des Nationalsozialismus konzipiert. Dem Gladbecker Publikum ist Marco Spohr bereits als Autor und Regisseur des ausgezeichneten Theaterstücks Gladbeck unterm Hakenkreuz – Nie wieder! bestens bekannt, welches im Jahr 2017 mit Schülerinnen und Schülern von fünf Gladbecker Schulen auf Initiative des Stadtarchivs realisiert worden war.

2019 erfolgte die Erstaufführung von Gladbecker Steine sprechen unter der damaligen Archivleiterin Katrin Bürgel (2009-2021), seit einigen Jahren ist die Veranstaltung – in der Kombination aus Stadtführung und der teils szenischen Lesung von Originalquellen aus den Beständen des Stadtarchivs – ausschließlich für Gladbecker Schulen geöffnet.

Während der zweieinhalbstündigen Veranstaltung blicken die Gladbecker Schülerinnen und Schüler hinter die Mauern bekannter Gebäude, begegnen im Historischen Ratssaal dem damaligen Kreisleiter der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP), Gustav Bockermann, dem nach vielen Jahren seiner Vertreibung zurückgekehrten Dr. Bernhard Preminger, sowie am Jovyplatz dem politisch verfolgten Sozialdemokraten Mathias Jakobs. Am historischen Ort des Wittringer Ehrenmals, der 13. Station, setzen sich die Schulklassen abschließend mit dem Thema „Bücherverbrennung“ auseinander. 

Die Inszenierung von Gladbecker Steine sprechen steht für ein neues archivpädagogisches Angebot des Stadtarchivs Gladbeck, das sich zum Ziel setzt, die Geschichte des Nationalsozialismus und des Holocaust für die Gladbecker Schülerinnen und Schüler an den konkreten Orten ihrer Geburtsstadt greifbar und erfahrbar zu machen. Weil die Nachfrage an der Veranstaltung zuletzt zugenommen hat, sind für das Jahr 2026 erstmals Zusatztermine für die Schulen im Stadtgebiet geplant. Bislang wurde das Angebot von ungefähr 300 Personen wahrgenommen. 

Die 10. Auflage von Gladbecker Steine sprechen findet am 30. April 2026 unter Teilnahme der Ingeborg-Drewitz-Gesamtschule statt.

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RETRODIGITALISIERUNG

Die Retrodigitalisierung der archiveigenen Bestände in Auswahl zur Präsentation im Internet bzw. im Lesesaal ist in den deutschen Archiven selbstverständlicher Standard und wird inzwischen auch im Stadtarchiv Gladbeck praktiziert. ...

Die Retrodigitalisierung der archiveigenen Bestände in Auswahl zur Präsentation im Internet bzw. im Lesesaal ist in den deutschen Archiven selbstverständlicher Standard und wird inzwischen auch im Stadtarchiv Gladbeck praktiziert. Im Berichtsjahr 2025 belief sich die Gesamtzahl der Digitalkopien, die das Stadtarchiv entweder selbst angefertigt hat oder hat anfertigen lassen, mit 273.000 Aufnahmen (im Gesamtumfang von 3,42 Terrabyte Datenmenge) erstmals weit oberhalb der Hunderttausender-Marke. 

Vom Fachpersonal können diese Verfilmungsarbeiten nur teilweise durchgeführt werden. Zurzeit arbeitet das Stadtarchiv Gladbeck daher entweder mit ehrenamtlichen Kräften aus Gladbeck zusammen oder die Scanaufträge werden extern vergeben oder es werden Kooperationen mit vertrauenswürdigen Partnern geschlossen. So zuletzt mit dem Verein für Computergenealogie e.V., Deutschlands größtem genealogischen Vereinsnetzwerk, gegründet 1989, der die Retrodigitalisierung der Gladbecker Adressbuchoriginale 1908-1995 durchgeführt hat.

Seit November 2025 befinden sich die Digitalkopien der Gladbecker Adressbücher (vorerst bis zum Jahr 1963 veröffentlicht) über die Internetseiten der Deutschen Digitalen Bibliothek im weltweit kostenfreien Zugriff. Und auch der Stadt Gladbeck sind für die einmalige Erstellung der Sicherungskopien der insgesamt 16 Druckwerke im Umfang von 6.700 Aufnahmen, deren Bereitstellung und Indizierung in den jeweiligen Ausgabeformaten keinerlei Kosten entstanden.

Historische Adressbücher sind eine wichtige Quelle für jeden, der mehr über die Geschichte seiner Stadt oder die seiner Vorfahren erfahren will. Für Gladbeck sind die Adressbuchoriginale glücklicherweise lückenlos überliefert, sehr zur Freude der Familienforschenden, die die darin enthaltenen genealogischen Grunddaten und Zusatzinformationen (Beruf, Familienstand, Hausbesitz) besonders häufig nutzen. Zur Liste aller im Netz bereitgestellten Gladbecker Adressbücher siehe unten.

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